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Verletzungen & Unfallfolgen · RATGEBER

Verdienstausfall und Haushaltsschaden nach dem Unfall

Wenn eine Unfallverletzung Arbeit und Haushalt beeinträchtigt: Welche Angaben für Verdienstausfall, entgangenen Gewinn und Hilfe im Alltag benötigt werden.

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DIE KURZE ANTWORT.

Was Sie wissen sollten

Unfallbedingte Einschränkungen können neben Schmerzensgeld auch finanzielle Ansprüche auslösen. Dazu können ein nachweisbarer Verdienstausfall, entgangener Gewinn oder ein Haushaltsführungsschaden gehören. Die Berechnung braucht konkrete Angaben zur Situation vor und nach dem Unfall.

Wie wird ein Verdienstausfall vorbereitet?

Bei Beschäftigten sind unter anderem Abrechnungen, Arbeitsunfähigkeitszeiten und tatsächlich erhaltene Ersatzleistungen relevant. Nicht jeder Bruttobetrag entspricht dem eigenen verbleibenden Schaden. Lohnfortzahlung und Leistungen Dritter können Einfluss darauf haben, welche Ansprüche noch selbst geltend gemacht werden können. Die zeitlichen Abschnitte sollten deshalb getrennt erfasst werden.

Grundlage: § 249 BGB – Art und Umfang des Schadensersatzes · § 843 BGB – Erwerbsfähigkeit und vermehrte Bedürfnisse

Was ist bei Selbstständigen anders?

Entgangener Umsatz ist nicht automatisch entgangener Gewinn. Vorherige Geschäftszahlen, konkrete Aufträge, ersparte Aufwendungen und die unfallbedingte Leistungseinschränkung können für die Berechnung wichtig sein. § 252 BGB stellt auf den mit Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Gewinn ab. Eine nachvollziehbare Vergleichsgrundlage ist hilfreicher als ein pauschaler Tagesbetrag.

Grundlage: § 252 BGB – Entgangener Gewinn

Wie wird eine Einschränkung im Haushalt beschrieben?

Notieren Sie, welche Aufgaben Sie vor dem Unfall regelmäßig übernommen haben und was danach nicht mehr möglich war. Haushaltgröße, Tätigkeiten, zeitlicher Umfang und Dauer der Einschränkung helfen bei der Einordnung. Auch Unterstützung durch Angehörige sollte konkret beschrieben werden. Nicht jede medizinische Einschränkung entspricht automatisch demselben Prozentsatz im Haushalt.

Grundlage: § 843 BGB – Erwerbsfähigkeit und vermehrte Bedürfnisse

Welche Unterlagen unterscheiden Angestellte und Selbständige?

Bei Beschäftigten können Arbeitsunfähigkeitsnachweise, Entgeltabrechnungen und Angaben zu fortgezahltem Lohn oder anderen Leistungen wichtig sein. Bei Selbständigen helfen belastbare Geschäftsunterlagen, konkrete ausgefallene Aufträge und eine nachvollziehbare Vergleichsgrundlage. Ersparte Aufwendungen sind mitzudenken. Für den Haushalt zählen Größe, Zusammensetzung und bisherige Aufgabenverteilung sowie der Grad der unfallbedingten Einschränkung. Die Dokumentation soll die tatsächliche Veränderung zeigen. Zahlen aus einer allgemeinen Tabelle können eine Prüfung unterstützen, ersetzen aber nicht die persönlichen Grundlagen. Leistungen anderer Stellen und mögliche Anspruchsübergänge sollten offengelegt werden, damit keine unzutreffende doppelte Forderung entsteht.

VEREINFACHTES, FIKTIVES BEISPIEL.

So lässt sich die Frage einordnen

Eine selbständige Person kann nach dem Unfall mehrere vereinbarte Aufträge nicht ausführen. Zugleich übernimmt ein Angehöriger Einkäufe und Reinigung. Für den beruflichen Ausfall werden konkrete Aufträge, übliche Kosten und mögliche Ersatzleistungen zusammengestellt; der entgangene Umsatz ist nicht automatisch der entgangene Gewinn. Für den Haushalt wird erfasst, welche Tätigkeiten vorher selbst ausgeführt wurden und nun ausfallen. Beide Schadenarten benötigen eigene Tatsachen. Eine pauschale Angabe, man sei vier Wochen vollständig eingeschränkt gewesen, erklärt weder die wirtschaftliche Differenz noch den tatsächlichen zusätzlichen Hilfebedarf.

Das Beispiel dient der Orientierung und ist kein Bericht über ein bearbeitetes Mandat.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Was jeweils zu prüfen ist
Situation / BegriffWorauf es ankommt
ErwerbsausfallTatsächliche wirtschaftliche Differenz und erhaltene Leistungen ermitteln.
HaushaltBisherige Tätigkeiten und unfallbedingten Ausfall konkret erfassen.
Zusätzliche HilfeAufgaben, Zeitraum, Umfang und gegebenenfalls Rechnungen dokumentieren.

GUT VORBEREITET.

Ihre Checkliste für den nächsten Schritt

  • Einkommensnachweise und Ersatzleistungen getrennt sammeln
  • Ausfallzeiträume dokumentieren
  • Bei Selbstständigen Vergleichszahlen und Aufträge sichern
  • Haushaltsaufgaben vor und nach dem Unfall auflisten
  • Hilfspersonen, Aufwand und Ausgaben festhalten

Häufige Fragen

Reicht eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Berechnung?

Sie kann den Zeitraum belegen, zeigt aber allein noch nicht den finanziellen Nachteil. Dafür werden weitere Einkommens- und Leistungsnachweise benötigt.

Ist Hilfe durch Angehörige für die Prüfung unwichtig?

Nein. Art und Umfang der übernommenen Tätigkeiten können für die Bewertung einer unfallbedingten Einschränkung im Haushalt bedeutsam sein.

NACHLESEN UND EINORDNEN.

Quellen und Grundlagen

Die folgenden Gesetze und Entscheidungen bilden Grundlagen für die erläuterten Fragen. Ob sie Ihren Fall erfassen, hängt von den konkreten Umständen ab.

  1. § 249 BGB – Art und Umfang des Schadensersatzes
  2. § 252 BGB – Entgangener Gewinn
  3. § 843 BGB – Erwerbsfähigkeit und vermehrte Bedürfnisse

Allgemeine Information zum deutschen Recht, soweit nicht ausdrücklich ein Auslandsbezug behandelt wird. Ein Ratgeber ersetzt keine individuelle Prüfung; das Kontaktformular wahrt keine Frist.

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